Kulturverein Blankenfelde e.V.
Kulturverein Blankenfelde e.V.

Ur- und Frühgeschichte

 

Die Gemarkung Blankenfelde weist zahlreiche ur- und frühgeschichtliche Fundstellen auf. Die meisten liegen in Gewässernähe, besonders im Bereich des Glasowbaches und des von ihm durchflossenen Blankenfelder Sees, einer bis Mitte des 19. Jahrhunderts offenen Wasserfläche. Auch kleinere Wasserläufe und Fließe, noch heute als meliorierte Gräben erkennbar, sowie Wasser führende Senken (Sölle), die längst trockenfielen und überackert wurden, boten Anreiz für eine frühe Besiedlung. Das gilt vor allem für die westliche Feldmark. Auf dem dazwischen liegenden sanft gewellten Gelände mit dem mittelalterlichen Ortskern und seiner modernen Erweiterung (Gagfah-Siedlung) finden sich weit weniger archäologische Aufschlüsse, unter ihnen jedoch die Gräberfelder am „Mühlenberg“ und im Bereich Drosselsteig/Birkenweg.

 

Die frühesten Besiedlungsspuren reichen bis ins Neolithikum (Jungsteinzeit) zurück. Mehrere Aufschlüsse, vorwiegend Siedlungen, gehören der jüngeren Bronzezeit an. Zeitlich gut einzuordnende Brandgräber stammen vom „Mühlenberg“ und südlich der Straße nach Diedersdorf.

 

Siedlungsfunde der vorrömischen Eisenzeit ergab das westlich abfallende Gelände. Bestattungen dieser Zeit sind ebenfalls bekannt. Nur wenig später setzt die Belegung des Gräberfeldes im Kreuzungsbereich Drosselsteig/Birkenweg ein, das den Übergang zur frühen Latènezeit markiert. Zahlreiche Grabbeigaben, wie ein aufwendig gestalteter bronzener Hängeschmuck, teilweise mit Korallen besetzte Bronze- und Eisenfibeln, blechbelegte Gürtelhaken, Bronze- und Eisennadeln und anderes mehr ermöglichen eine sehr genaue Datierung zwischen der ersten Hälfte 4. und dem frühen 1. Jh. v.Chr.

 

Von den Siedlungen der römischen Kaiserzeit ist besonders ein östlich des Fließgrabens gelegener Fundplatz zu nennen. Von ihm stammen auch einzelne provinizialrömische Metallsachen und Glasperlen. Hinweise auf die Gewinnung und Verarbeitung von Eisen liefern Erz- und Schlackenfunde.

 

Eindeutig völkerwanderungszeitliche Aufschlüsse (frühes 5. bis spätes 6. Jh.) fehlen ebenso wie slawische Siedlungsspuren.

 

Spätmittelalterliche Keramikfunde vom südlichen Ortskern weisen in das 13. und 14. Jh., etwa in die Zeit der Ersterwähnung Blankenfeldes. Funde ähnlicher Zeitstellung kamen auch im westlichen Hangbereich des Glasowbaches zutage.

 

Literaturempfehlung:

Werner Thiel: Überblick über die ur- und frühgeschichtlichen Funde von Blankenfelde. In: Heimatkalender für den Kreis Zossen 1964, S. 36.

Petra Reichwaldt: Bauarbeiten in Blankenfelde führten zu weiteren Bodenfunden. In: Heimatkalender für den Kreis Zossen 1981, S. 29.

Franz Schopper, Jasper von Richthofen (Hrsg.): Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland, Band 54. Ausflüge im Südwesten Brandenburgs. Zauche, Teltow, Fläming, Stuttgart 2012.

Ersterwähnung

 

Blankenfelde wurde - so wie viele andere Orte der Umgebung auch - erstmals 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. schriftlich erwähnt.

 

Karl IV. hatte die Mark Brandenburg 1373 käuflich von den Wittelsbachern erworben und war fortan auch Markgraf von Brandenburg. Aus diesem Anlass ließ er 1375/76 das Landbuch erstellen. Es listet die landesherrlichen Einkünfte und Besitzungen in einer Vielzahl von Städten und Dörfern umfassend auf und stellt damit eine bedeutende Wirtschafts- und Rechtsquelle des Mittelalters dar.

 

“Blankenvelde” (mittelniederdeutsch: Ansiedlung auf freiem, lichtem Gelände) umfasst zu diesem Zeitpunkt 50 Hufen (etwa 640 ha). Davon besitzen der Pfarrer drei und die von der Liepe 14 freie Hufen, wofür sie dem Markgrafen Vasallendienste zu leisten haben. Die übrigen 33 Hufen sind auf 15 Kossäten verteilt, die dafür Pacht, Zins und Bede zu entrichten haben. Die von der Liepe sind auch im Besitz der oberen und niederen Gerichtsbarkeit im Dorf sowie des Kirchenpatronats. Schon 1375 werden eine Mühle, ein Dorfkrug und der Blankenfelder See erwähnt.

 

Die Anlage des Dorfes ist jedoch älter und fällt in die Zeit um 1220/1230, als unter der Herrschaft der beiden askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. auf dem (westlichen) Hohen Teltow deutsche Kolonisten im bis dahin von Slawen bewohnten Gebiet angesiedelt wurden.

 

Der Name ”Blankenfelde” wird als “Ansiedlung auf freiem lichtem Gelände” gedeutet.

 

Literaturempfehlung:

Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Hrsg. von Johannes Schultze. Brandenburgische Landbücher. Bd 2. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Gsellius, Berlin 1940.

Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil IV. Teltow. Bearbeitet von Lieselott Enders und Margot Beck, Weimar 1976.

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